Verhalten bei Festnahme
Diese Seite bietet Ihnen schnelle Orientierung und konkrete Handlungsempfehlungen, wie Sie sich im Falle einer Festnahme richtig verhalten. Ziel ist es, Ihre Rechte zu schützen und Fehler zu vermeiden, die später schwerwiegende Folgen haben können.
Eine Festnahme ist eine Ausnahmesituation. Die Polizei tritt entschlossen auf, die Lage ist stressig – und genau deshalb ist es wichtig, richtig zu reagieren, um die eigenen Rechte zu schützen und spätere Nachteile zu vermeiden.
Diese Guideline zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie sich im Ernstfall verhalten sollten.
1. Bewahren Sie Ruhe
Nicht diskutieren, nicht weglaufen, nicht körperlich wehren.
Aggressives oder impulsives Verhalten kann die Situation verschlimmern.
Bleiben Sie höflich und gefasst – das schützt Sie.
2. Machen Sie keine Angaben zur Sache
Sie müssen nichts sagen
Sie sollten nichts sagen
Regel: „Ich mache keine Angaben zur Sache.“
3. Keine Aussage ohne Anwältin
Fordern Sie ausdrücklich:
„Ich möchte mit meiner Anwältin sprechen.“Die Polizei muss Ihnen diesen Kontakt ermöglichen.
Selbst wenn Druck aufgebaut wird – bleiben Sie standhaft.
Wichtig:
Sie müssen auch nicht erklären, warum Sie schweigen oder eine Anwältin möchten.
4. Nichts unterschreiben
Unterschreiben Sie keine Protokolle, Belehrungen oder Dokumente, die Sie nicht vollständig verstehen.
Auch nicht „nur zur Bestätigung“.
Fehler lassen sich später kaum korrigieren.
5. Widerstand vermeiden
Leistet man körperlichen Widerstand oder beleidigt Beamte, drohen zusätzliche Strafverfahren.
Auch wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen – bleiben Sie ruhig und kooperativ im Rahmen der Formalitäten.
6. Rufen Sie Ihre Strafverteidigerin an
Kontaktieren Sie sofort eine Anwältin für Strafrecht.
Falls möglich:
Aus dem Polizeigewahrsam telefonieren
Angehörige bitten, Anwältin zu kontaktieren
Visitenkarte bereit halten
Frühe anwaltliche Unterstützung verhindert Fehler, die später gravierende Folgen haben.
7. Aussagen nur nach Akteneinsicht
Erst wenn Ihre Anwältin:
Akteneinsicht erhalten hat
den Tatvorwurf kennt
die Beweislage geprüft hat
kann entschieden werden, ob eine Aussage sinnvoll ist – oder nicht.
In den meisten Fällen ist Schweigen bis nach Akteneinsicht die sicherste und beste Strategie.
Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine individuelle Rechtsberatung dar. Jeder Festnahmefall ist einzigartig und erfordert eine anwaltliche Prüfung. Bitte wenden Sie sich im Ernstfall umgehend an eine qualifizierte Strafverteidigerin oder einen Strafverteidiger.
Was Sie jetzt tun sollten


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